Jahresbericht 2003 des AK Stadtzukünfte der DGfG

Der Arbeitskreis Stadtzukünfte war auch im Jahr 2003 aktiv. Es hat in diesem Jahr drei Treffen gegeben. Das erste Treffen des Jahres 2003 war das insgesamt 13. Treffen des Arbeitskreises seit seinem Bestehen. Es fand am 25. und 26.4.2003 in Eisenhüttenstadt statt. In dieser Stadt ließen sich Fragen der Schrumpfung von Städten und Stadtregionen in Ostdeutschland in besonders markanter Weise diskutieren. Ein kleiner Bericht über dieses Treffen ist bereits im Rundbrief Nr. 183 abgedruckt. Ein Positionspapier zu dieser Thematik ist in Arbeit.

Das 14. Treffen des AK fand am 7. und 8. Oktober 2003 in Oberhausen statt. Im Rahmen der DVAG-Jahrestagung gestaltete der Arbeitskreis einen Workshop zum Zusammenhang von Freizeitgesellschaft und öffentlichen Räumen in den Städten. Benjamin David, Ulrike Schroeppel und Stefan Zöller von den Urbanauten stellten am Beispiel der Stadt München eindrucksvoll die zunehmende Nutzung von Straßen, Plätzen und Parks durch organisierte Ereignisse vor und diskutierten mit 15 Arbeitskreismitglieder Chancen, aber auch Probleme, die sich aus dieser Aneignung des öffentlichen Raums ergeben.

Am 28. November 2003 war der Arbeitskreis bei der GTZ in Eschborn zu Gast. Rund 20 Geographen aus der Hochschule, die sich fast alle in verschiedenen Forschungsprojekten mit Fragen der Stadtentwicklung in Entwicklungsländern beschäftigen, tauschten ihre Erfahrungen mit rund 10 Mitarbeitern des BMZ, der GTZ und der KfW aus. Stefan Schmitz aus dem BMZ verdeutlichte, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zunehmend die Armut in den großen Megastädten als einen zentralen Ansatzpunkt für ihre Arbeit sieht und hier versucht, die Lebensbedingungen der Bevölkerung unmittelbar vor Ort zu verbessern. Die Hochschulgeographen wiesen darauf hin, dass die Ursachen für die städtischen Probleme vielfach auf dem Lande zu suchen sind und deshalb das Abhängigkeitsverhältnis von Stadt und Land nicht aus den Augen verloren werden darf. Eindrucksvoll konnte dies Beate Lohnert für das südliche Afrika am Beispiel der multilokalen Haushalte verdeutlichen. Im Beitrag von Frauke Kraas wurden die Probleme des enormen Wachstums der Megastädte in Südostasien deutlich. In einem Diskussionsbeitrag wies sie darauf hin, dass auf diesem Kontinent eine ungebrochene Übernahme partizipativer Ansätze durch Mentalitätsunterschiede erschwert wird. Hingegen stellte Rainer Wehrhahn in seinem Beitrag heraus, dass Partizipation in den lateinamerikanischen Städten von der Bevölkerung gerade eingefordert wird. Frau Stremplat-Platte von der GTZ und Herr Juntermann von der KfW begrüßten den Dialog mit der Hochschulgeographie und könnten sich vorstellen, über den Austausch mit Experten der Entwicklungsländerforschung hinaus zukünftig auch Erfahrungen aus der deutschen Stadtentwicklung stärker in ihre Arbeit einzubeziehen.

Für das Jahr 2004 beabsichtigt der Arbeitskreis, eine größere Veranstaltung in der zweiten Jahreshälfte durchzuführen. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, eine Schriftenreihe zur Stadtgeographie einzuführen, um bundesweit ein Forum für entsprechende Beiträge zu bieten.

Sprecher des Arbeitskreises :

Prof. Dr. Lienhard Lötscher
Ruhr-Universität Bochum
Lehrstuhl für Kultur- und Siedlungsgeographie
44780 Bochum
Tel. 0234-32 23354
Fax: 0234-32 14180
E-mail:

Prof. Dr. Claus-C. Wiegandt
Sektion Geographie der LMU München
Luisenstr. 37
80333 München
Tel. 089 233 22666
Fax: 089 233 22804
E-mail: